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Wort zur Woche 35/2014

WAS HABEN SIE AUS MARIA GEMACHT

In unserem letzten Wort zur Woche haben wir von Maria, der Mutter Jesu gesprochen. Sie war eine wunderbare Frau, wie auch die ersten Worte, die von ihr in der Bibel berichtet werden, ausdrücken: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du gesagt hast.“ (Luk 1,38). Die wenigen Worte, die von ihr berichtet werden, zeigen, dass sie eine Gott ergebene Frau war, obwohl sie nicht alles verstand, was Jesus tat.

Was aber hat man aus dieser bescheidenen, demütigen, dem Plan Gottes sich ergebenen Frau gemacht? Man hat sie zur Himmelskönigin erhoben, sie zur Mittlerin gemacht, ihr an die hundert Namen gegeben, von denen nur die wenigsten biblisch zu begründen sind. Um das zu verstehen, muss man den heidnischen Hintergrund sehen, der sich ab dem 4. Jahrhundert in die Kirche eingeschlichen hat.

Praktisch alle heidnischen Völker hatten ihre Muttergöttinnen. Das war besonders bei den kanaanitischen Völkern ausgeprägt, die Astarte oder Ischtar als Fruchtbarkeitsgöttin verehrten. Die Ägypter hatten Isis, die sie als Schutzherrin und Bewacherin aller Lebewesen sahen. Bei den Römern war es Venus, die Göttin der Liebe. Die Germanen hatten Freya, die Göttin der Liebe und Ehe, die zweite Göttin des nordischen Pantheons neben Frigg.

Die Gemeinde Jesu Christi bestand zunächst vorwiegend aus Juden, die nur Jahwe anbeteten, den Schöpfergott. Sie wussten nach der Thora von keiner Göttin. Ja im Gegenteil, die Bibel verbietet eindringlich die Verehrung und Anbetung jedweder „Himmelkönigin“ (Jer 44,23-25). Doch mit der Mission unter den Heiden kam bereits in den ersten Jahrhunderten der Wusch nach einer Muttergöttin auf. Dazu brauchte man nicht lange zu suchen, weil sich Maria, die Mutter Jesu, dazu anbot.

Im Jahr 391 war das Christentum zur Staatsreligion geworden. Bereits 431 wurde Maria am Konzil von Ephesus zur „Gottesgebärerin“ (Theotokos) erhoben. Nach biblischer Darstellung existierte Christus, der Sohn Gottes, von Ewigkeit her. Gott sandte seinen Sohn und trug Josef auf, ihn Jesus zu nennen, denn „er wird sein Volk von ihren Sünden retten“ (Matth 1,21). Alle Darstellungen Marias zeigen die Mutter als große Frau, die ein kleines Kind in ihren Armen trägt. Dieses Bild hat sich in den Menschen eingeprägt, sodass sie Maria als Hauptperson ansehen. Dabei wissen die wenigsten, dass Jesus heute zur Rechten Gottes sitzt und mit aller Macht im Himmel und auf Erden ausgestattet ist.

Die Bibel schildert in vielen Texten Jesus Christus als einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen. Dies kommt am deutlichsten im Brief des Paulus an seinen Freund Timotheus zum Ausdruck: „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Jesus Christus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung“ (1. Tim 2,5.6). Die Kirche aber meinte, dass den Menschen eine Frau lieber wäre, um zwischen Gott und den Menschen zu vermitteln. Die vielen Bilder, die Maria als „Schutzmantelmadonna“ darstellen – eine Mariendarstellung, die unter ihrem weiten Mantel betende Gläubige birgt – zeigen dies auch.

Um Maria einen göttlichen Status zu vermitteln, war es nötig, sie so rein und sündlos wie Jesus darzustellen. Dazu erfand man schon bald, dass sie „ohne Erbsünde“ empfangen worden und auch ohne Sünde geblieben wäre. Wozu sagte aber dann Gabriel, „Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr, ist mit dir.“ (Luk 1,28)? Der Gnade Gottes bedürfen alle Menschen, weil sie alle Sünder sind. Die „Unbefleckte Empfängnis“ wurde durch Papst Pius IX. 1854 zum Dogma erhoben und alle, die dies nicht glauben zugleich mit dem Bannfluch belegt. Als „Maria“ dem Mädchen Bernadett 1858 in Lourdes erschien, stellte sie sich mit den Worten vor: Ich bin die Unbefleckte Empfängnis.

Die logische Konsequenz dieser Vergöttlichung Mariens war der Glaube, dass Maria wie Jesus leibhaftig in den Himmel aufgenommen und dort zur Himmelkönigin gekrönt worden sei. 1950 erklärte Papst Pius XII. dies mit folgenden Worten zum Dogma: „Wir verkünden, erklären und definieren es als einen von Gott geoffenbarten Glaubenssatz, dass die makellose Gottesmutter, die allzeit reine Jungfrau Maria, nach Vollendung ihrer irdischen Lebensbahn mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.“ Damit hatte man aber aus der Dreieinigkeit eine „Viereinigkeit“ gemacht. Das geht noch weiter: Man behauptet, dass es ohne Maria keine Erlösung gäbe, dass sie „Miterlöserin“ sei.

Wer sich die Mühe macht, die Titeln Jesu Christi in der Offenbarung nachzulesen, wird auf über zwanzig kommen. Er ist „der treue Zeuge“, der „Erstgeborene von den Toten“, der „Herr über alle Könige auf Erden“, „der Menschensohn“, „Das Wort Gottes“, der „König aller Könige und Herr aller Herren“ usw. Aber was sind schon 20 Titel gegenüber den an die hundert Titel, die es nach Wikipedia für Maria gibt. Hier eine kleine Auswahl: Mutter aller Völker, Mutter der Barmherzigkeit, Jungfrau der Gnaden, Königin der Engel, Rosenkranzkönigin, Braut des Heiligen Geistes, Zuflucht der Sünder u. s. w.

Beim sog. Rosenkranzgebet wird neben dem Vaterunser immer wieder das „Ave Maria“ – Gegrüßet seist du Maria – gebetet. Obwohl man meint, Maria nur zu verehren und nicht anzubeten, schaut die Realität völlig anders aus. Es gibt keinen Wallfahrtsort für Jesus Christus, aber hunderte, die Maria geweiht sind. Ob es nun Mariazell, Medjugorje, Fatima, Lourdes oder Tschenstochau ist, Maria spielt überall die zentrale Rolle. In vielen dieser Orte wird Maria als „schwarze Madonna“ verehrt!! Kann es sein, dass sich hier hinter Maria eine andere Person verbirgt, die angebetet werden möchte?

Die Bibel warnt uns davor, dass sich „selbst der Satan als Engel des Lichts verstellt“ (2. Kor. 11,14). Weiters sagt uns die Heilige Schrift, dass es Satans innigster Wunsch ist „gleich zu sein dem Allerhöchsten“ (Jes 14,14). In der letzten Versuchung Jesus wird uns berichtet, dass Satan Jesus anbot, ihm „alle Reiche der Welt mit ihrer Herrlichkeit zu geben, wenn du niederfällst und mich anbetest“ (Matth 4,8.9). Die Antwort Jesu ist für uns richtungsweisend: „Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten und ihm allein dienen“ (Matth 4,10). Dies ist auch der Wortlaut des ersten Gebotes: „Ich bin der HERR (Jahwe), dein Gott, … du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ 2. Mose 20,2.3

 

 

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