Das 6. Siegel

DAS SECHSTE SIEGEL

„Und ich sah: als es das sechste Siegel auftat, da war ein großes Erdbeben, und die Sonne ward finster wie ein schwarzer Sack, und der Mond war wie Blut, und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, gleichwie ein Feigenbaum seine Feigen abwirft, wenn er von großem Wind bewegt wird.“ Offb 6,12.13

Nun kommt es offenbar zu einem Übergang von der bildlichen, gleichnishaften Darstellung, zur Beschreibung realer Vorgänge. Zunächst betrifft dies die Erde, dann auch noch Sonne, Mond und Sterne.

Schon im AT weist uns der Prophet Joel auf solche Vorgänge hin:
„Ich will Wunderzeichen geben am Himmel und auf der Erde: Blut, Feuer und Rauchdampf. Die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und schreckliche Tag des HERRN kommt.“ Joel 3,3.4
Auch im NT macht uns Jesus in seinen Endzeitreden auf diese Ereignisse aufmerksam, die vor seinem zweiten Kommen stattfinden sollen.
„Und es werden Zeichen geschehen an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde wird den Menschen bange sein, und sie werden Angst haben, denn das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn auch der Himmel Kräfte werden ins Wanken kommen.“ Luk 21,25.26

Diese Zeichen weisen auf die Nähe des Kommens Christi hin. Sie sollen uns aufwecken und aus unserer Gleichgültigkeit reißen, um auf den Tag des Herrn vorbereitet zu sein.

DAS GROSSE ERDBEBEN
Zuerst müssen wir uns fragen, in welcher Zeit das 6. Siegel handelt. Es ist nach der Reformation anzusetzen, in der Zeit, als die Herrschaft Roms dem Ende zuging. Und genau in dieser Zeit gab es ein außergewöhnlich starkes Erdbeben, das als „Erdbeben von Lissabon“ in die Geschichte eingegangen ist. Es geschah am 1. November 1755. Die Stadt wurde durch drei aufeinanderfolgende Beben in ein Trümmerfeld verwandelt. Es kamen bis zu 90.000 Menschen ums Leben. Die folgende Flutwelle riss selbst an der westafrikanischen Küste noch Karawanen ins Meer. Die Erdstöße waren in Nordafrika, Frankreich und Mitteleuropa stark zu spüren.

Die Erde kommt seitdem nicht mehr zur Ruhe. Die Zahl der Beben und ihre Stärke sind weiter im Steigen begriffen. Das Erdbeben, das die Katastrophe von Fukushima auslöste, hatte am 3. 11.2011 eine Stärke von 9,0, eine Stärke, die bisher noch nicht gemessen wurde. Noch größer waren die Auswirkungen des Erdbebens am 26. Dezember 2004 vor Thailand, das durch den entstehenden Tsunami zu mehreren Hunderttausend Opfern führte.
Hier werden wir an die Worte der Bibel erinnert, die der Prophet Jesaja niederschrieb:
„Die Erde wird taumeln wie ein Trunkener und wird hin und her geworfen wie eine schwankende Hütte; denn ihre Missetat drückt sie, dass sie fallen muss und nicht wieder aufstehen kann.“ Jes 24,20

VERFINSTERUNG DER SONNE
In der im 6. Siegel angegebenen Reihenfolge kam nach dem großen Erdbeben von Lissabon, der als „finsterer Tag“ bekannt gewordene 19. Mai 1780. An diesem Tag dehnte sich eine merkwürdige Finsternis über ganz Neu-England aus. Die Verdunkelung fing um 10 Uhr Vormittag an und dauerte bis Mitte der folgenden Nacht. Bis heute ist die wahre Ursache dieser Erscheinung unbekannt. Man sah die Sterne leuchten, dennoch trat am Vormittag eine solche Finsternis ein, dass die Arbeit eingestellt werden musste, obgleich die Sonne während der ganzen Zeit sichtbar war. Die Dunkelheit am folgenden Abend war die dichteste, die jemals beobachtet worden ist. Der Mond erschien blutrot, was auch niemand erklären konnte.

DER STERNENFALL VON 1833
Am 13. November 1833 kam es zu einem gewaltigen Meteorregen, dessen Umfang an Großartigkeit alle bisherigen Erscheinungen dieser Art bei weitem übertraf. Die Zahl der in dieser Nacht beobachteten Sternschnuppen wurden auf über 500.000 geschätzt. Der ganze Himmel schien in einem Feuerregen zu stehen. Für die damals lebende Generation waren diese Naturerscheinungen deutliche Hinweise auf das nahe Kommen Jesu. Sie kamen in der Reihenfolge, wie sie Johannes im 6. Siegel offenbart worden sind.
Vielleicht werden sich diese Zeichen noch einmal eindrucksvoll und in noch größerem Umfang wiederholen, wenn die Kräfte des Himmels unmittelbar vor der Wiederkunft Christi in Bewegung kommen werden. Jesus möchte, dass alle, die sein Kommen sehnsüchtig erwarten, durch diese Zeichen von Hoffnung erfüllt werden, wie Lukas berichtet.
„Wenn aber dies anfängt zu geschehen, dann erhebet eure Häupter, darum dass sich eure Erlösung naht.“ Luk 21,28

Die Worte des 6. Siegels enden mit noch weiteren Ankündigungen.
„Und der Himmel entwich, wie eine Buchrolle zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden bewegt von ihrer Stätte. Und die Könige der Erde und die Großen und die Obersten und die Reichen und Gewaltigen und alle Knechte und alle Freien verbargen sich in den Klüften und Felsen an den Bergen und sprachen zu den Bergen und Felsen: Fallet über uns und verberget uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes! Denn es ist gekommen der große Tag seines Zorns, und wer kann bestehen?“ Offb 6,14-17

Mit diesen Versen wird unser Blick in die Zukunft gerichtet. Wir werden auf Ereignisse aufmerksam gemacht, die noch vor uns liegen, aber ebenso eintreten werden wie jene, die sich bereits erfüllt haben. Unmittelbar vor und bei Jesu zweitem Kommen werden unvorstellbare Kräfte in Bewegung geraten, die selbst Berge und Inseln verrücken werden und sie verschwinden lassen. Hier werden wir auf die Ausgießung der 7. Zornesschale hingewiesen, wo diese Ereignisse in ähnlicher Weise beschrieben werden (Offb 16,20).

Hier ist erstmals vom Zorn Gottes und des Lammes die Rede, vor dem die Menschen Schutz suchen werden. Sie erkennen, dass sie die falsche Wahl getroffen haben und nun schutzlos diesem Zorn ausgeliefert sind. Keiner wird vor Gott bestehen können, der nicht von der Barmherzigkeit und der Gnade des Lammes bedeckt ist. Die Gnadenzeit ist nun endgültig vorbei, nun helfen kein Bereuen und kein Gebet mehr, die Entscheidung ist endgültig gefallen. Gottes Zorn trifft die Verächter des angebotenen Heils in vollem Ausmaß.

So wie die Erlösung, die das Lamm durch seinen Tod am Kreuz vollbracht hat, nicht rückgängig gemacht werden kann, so gibt es auch nun keine Möglichkeit, dem Zorn Gottes zu entfliehen, wenn man sich nicht rechtzeitig für Jesus Christus entschieden hat. Der Hebräerbrief macht uns eindringlich darauf aufmerksam:
„Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“ Hebr 10,31
Doch gilt dies nicht für jene, die Jesus Christus als ihren Herrn und Retter angenommen haben.

Nachdem sich Teile des 6. Siegels bereits erfüllt haben, kann die Wiederkunft unseres Herrn nicht mehr lange ausbleiben. Das sollte uns dazu bewegen, Gottes Wort immer eifriger zu studieren und uns auf diesen Tag gründlich vorzubereiten.

http://www.das-senfkorn.at/das-senfkorn/das-senfkorn-71-80/senfkorn-77

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