Die sechste Posaune

DIE SECHSTE POSAUNE

Nachdem wir in der fünften Posaune das Aufkommen des Islam erkannten, wie er innerhalb weniger Jahrzehnte Nordafrika, Arabien und den vorderen Orient überschwemmte und den Götzendienst der gefallenen Ostkirche bekämpfte, aber die wahren Anbeter Gottes unbehelligt ließ, wenden wir uns jetzt der 6. Posaune zu.

„Und der sechste Engel posaunte, und ich hörte eine Stimme aus den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott, die sprach zu dem sechsten Engel: Löse die vier Engel, die gebunden sind an den Strom Euphrat.“ Offb 9,13.14
Die Stimme, die den sechsten Engel dazu auffordert, die vier gebundenen Engel loszulassen, kommt vom goldenen Altar, der ein Teil des himmlischen Heiligtums ist. Es ist derselbe Altar, vor dem die Gebete der Heiligen dargebracht werden und zu Gott aufsteigen. Der Strom Euphrat spielt im AT eine wichtige Rolle. Von dort brachen immer wieder die Strafgerichte über Israel herein und zwar durch Völker, die selbst dem Götzendienst huldigten und von Gott als Zuchtruten für sein Volk Israel fungierten (z. B. Assyrer und Babylonier).
Der Islam hatte nach der ersten Ausbreitungswelle seine Dynamik verloren und sich u. a. auch am Euphrat festgesetzt. Im 11. Jahrhundert begann es dort wieder zu gären. Die wilden Turkomanenstämme brachen aus dem Gebiet des Kaspischen Meeres, nachdem sie zum Islam übergetreten waren, in das Gebiet der Kalifen von Bagdad auf. Sie vereinigten das Islamische Vorderasien und gründeten vier Sultanate. Es waren Bagdad, Damaskus, Mosul im heutigen Nordirak und Ikonium, das heutige Konja in der Türkei. Aus der letzteren kamen die Türken, die später die oströmische Hauptstadt Konstantinopel eroberten.
Im Jahre 1258 wurde Osman geboren, nach dem später ein ganzes Volk benannt wurde, das in die Geschichte eingegangen ist.

„Und die Zahl des reitenden Volkes war vieltausendmal tausend; ich hörte ihre Zahl. Und so sah ich im Gesicht: Die Rosse und die darauf saßen, dass sie feurige und blaue und schwefelgelbe Panzer hatten; und die Häupter der Rosse waren wie die Häupter von Löwen.“ Vers 16.17
Die gigantische Menge an Reitern, die hier genannt werden, brach aus dem Osten kommend ins heutige Kleinasien ein, das auch damals noch von vielen Christen bewohnt war. Angeblich fielen 130.000 Christen diesem ersten Ansturm zum Opfer. Pferde waren das Fortbewegungsmittel der Türken, Tartaren und Mongolen, die aus dem Inneren Asiens hervorbrachen. Die Einheit von Ross und Reiter und ihr Mut werden hier mit dem Mut eines Löwen verglichen. Alp Arslan – der tapfere Löwe – war im 11. Jahrhundert der Führer der Seltschuken.

„Und aus ihren Mäulern ging Feuer und Rauch und Schwefel. Von diesen drei Plagen ward getötet der dritte Teil der Menschen, von dem Feuer und Rauch und Schwefel, der aus ihren Mäulern ging.“ Verse 17b und 18
Bei der ersten Belagerung Konstantinopels verwendete man erstmals in der Geschichte die zerstörerische Kraft von Schwarzpulver. Alchemisten hatten durch zufällige Versuche gefunden, dass eine Mischung von Salpeter, Schwefel und Kohle mit einem Funken zur Explosion gebracht werden kann. Die erste Kanonengießerei wurde in Adrianopel gegründet. Von der Belagerung Konstantinopels heißt es: „Der unaufhörliche Regen von Speeren und Pfeilen war von dem Rauche und Donner der Musketen und Kanonen begleitet.“ Mehr als tausend Jahre vorher hat Johannes auf Patmos bereits in dem Bild von Feuer, Rauch und Schwefel dies beschrieben.

„Und die Macht der Rosse war in ihrem Maul und in ihren Schwänzen; und ihre Schwänze waren den Schlangen gleich und hatten Häupter, und mit denselben taten sie Schaden.“ Vers 19
Wie in der fünften Posaune werden auch hier die Rosse als Machtfaktor beschrieben, nur noch viel ärger, denn sie schonten die gläubigen Christen nicht, wie es noch im Vers 4 beschrieben worden war, sondern töteten den dritten Teil der Menschen. Schwänze und Schlangen weisen auch auf den Urheber aller dieser Qualen hin. Es war niemand anders als Satan mit seinem dämonischen Heer. Er verstellte sich bei seinem ersten Auftreten als Schlange (Offb 12,9) und fegte mit seinem Schwanz schon damals den dritten Teil der Engel aus dem Himmel (Offb 12,4). Wie in Jes 9,14 erwähnt wird, sind es die falschen Propheten bzw. die falschen Lehren, die die Grundlage all der furchtbaren Gräuel darstellen.

1299 fielen die Osmanen unter ihrem Führer Osman zu ersten Mal ins oströmische Reich ein. 1336 fassten die Türken endgültig in Europa Fuß, erhoben Adrianopel (das heutige Edirne) zu ihrer Residenz und drangen bis zur Donau vor. Ab 1400 musste Ostrom Tribut an die Türken zahlen. 1449 konnte Konstantin XI. nur mit Zustimmung des Sultans zum Herrscher Konstantinopels gekrönt werden.

Mohammeds II., ein geniales Ungeheuer und Eroberer in einer Person, bestieg 1446 den Thron und ließ bei seinem Amtsantritt alle männlichen Verwandten töten. Im Jahr 1453 ließ er Konstantinopel von 165.000 Soldaten und 420 Schiffen umschließen. Am 29. Mai befahl er den Sturm auf die Stadt, der mit einem furchtbaren Blutbad endete. Mit dem Wahlspruch: „Der Koran oder der Tod. Allah ist Gott und Mohammed sein Prophet“ stürmten sie die Stadt. Der Historiker Redenbacher meinte dazu: „So hat der gerechte Weltenrichter durch die Türken über Konstantinopel Gericht gehalten, wie einst durch die Chaldäer über Jerusalem und später durch die Römer und wie Er Gericht hielt durch Goten und Vandalen über Rom.
So endete Ostrom, das von Konstantin I. gegründet worden war mit einem letzten Konstantin. Doch die Macht der Türken über Europa sollte nicht ewig dauern. 1840 übernahm eine Allianz von England, Österreich, Preußen und Russland die Oberherrschaft über das osmanische Reich.

In der sechsten Posaune ist auch eine Zeitweissagung eingeflochten.
„Und es wurden losgelassen die vier Engel, die bereit waren auf die Stunde und auf den Tag und auf den Monat und auf das Jahr, dass sie töteten den dritten Teil der Menschen.“ Offb 9,15
Im prophetischen Maßstab sind das 391 Jahre und 15 Tage. 1838 hatte Josia Litch daraus errechnet, dass die Herrschaft der Türkei am 11. August 1840 enden werde. Wie kam er auf dieses Datum? Er rechnete die in der 5. Posaune vorhergesagten fünf Monate vom 27. Juli 1299, als der erste Einfall in das Oströmische Reich begann, bis zum 27. Juli 1449, als Konstantinopel die Oberherrschaft der Osmanen anerkannte, und von dort weiter bis ins Jahr 1840, als am 11. August der Vertrag über die Türkei als Protektorat der Großmächte mit Pascha Mehemed Ali in Alexandria unterzeichnet wurde. So hat sich gezeigt, dass Gottes Wort schon Jahrhunderte vorher auf den Tag genau vorhersagen konnte, wann die Macht der Türken zu Ende sein würde.

„Und die übrigen Leute, die nicht durch diese Plagen getötet wurden, taten doch nicht Buße für die Werke ihrer Hände, dass sie nicht mehr anbeteten die bösen Geister und die goldenen, silbernen, ehernen, steinernen und hölzernen Götzen, welche weder sehen noch hören noch wandeln können, und taten auch nicht Buße für ihre Morde, Zauberei, Unzucht und Dieberei.“ Offb 9,20.21
Dass die Posaunen als Strafgerichte Gottes über die abgefallene Christenheit aufzufassen sind, hatte schon Luther 1541 in seinem „Gebet wider die Türken“ erkannt, dass es Strafgerichte Gottes über die abgefallene Christenheit sind, die durch Messen, Fegefeuer, Heiligendienst, Marienkult und andere Abgöttereien Gott erzürnt hatte. Wer Bilder anbetet, betet nicht nur diese an, sondern auch die hinter dem ganzen Götzendienst stehenden Dämonen.
In seinen Tischreden betonte Luther weiter: „Der Türke ist das Volk des Zornes Gottes. Er ist ein großes Unglück und die Rute Gottes. Denn die ganze Welt hat den Dekalog verworfen und umgekehrt. Es ist eine Gotteslästerung und ein Ungehorsam.“
Der Schweizer Theologe Bullinger meinte dazu: „Die Mohammedaner brennen mit Feuer und Schwefel, denn es ist kaum ein Volk, das die Welt so geschädigt und verwüstet hat, wie dieses. Und darum haben viele es“ Gottes Zorn“ und „Gottes Geißel“ genannt. Der Zorn Gottes folgt auf falsche Lehren und Abfall vom Glauben.“

Und weil die abgefallene Christenheit die Zehn Gebote des Dekalogs in der Endzeit Gottes wissentlich mit Füßen tritt und sich nicht bekehrt, wird sie unter der siebenten Posaune der lautere Zorn Gottes treffen, das dritte Wehe.

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