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Gedanken von E.G. White

GEDANKEN VON E.G. WHITE ZUR REFORMATION

E.G. White besuchte vor über 100 Jahren den Mailänder Dom, der nach dem Petersdom die größte Kirche Europas ist. Dort sah sie zahlreiche Beichtstühle. Vor einem dieser kniete eine Frau und sprach durch ein offenes Fenster mit dem Priester, der sich dahinter befand. Auf weiteren Stühlen saßen einige, die auf ihre Beichte warteten. Es tat mir von Herzen weh. Ein Mensch mit den gleichen Leidenschaften wie diese Frau saß an der Stelle von Christus. Da begriff ich, dass es für solche Lehrer von Interesse war, die Menschen von der Bibel fernzuhalten, denn sie verdammt das alles.

Sie sagt deutlich, dass es nur einen Mittler gibt, doch Luther musste feststellen, dass in der römischen Kirche „allein dieses gelehrt und praktiziert wurde, nämlich die Anrufung der Jungfrau Maria und anderer Heiliger als Mittler und Fürsprecher, viel Fasten und Beten, Pilgerreisen machen oder in die Köster laufen; und während wir solches taten, bildeten wir uns ein, uns den Himmel zu verdienen.“ Luther sagte weiter: „Das Papsttum hat uns schändlich irregeführt, denn Christus wurde nicht in so milden Zügen gezeigt wie von den Propheten und Aposteln. Uns allen wurde beigebracht, wir müssten unsere Sünden selbst sühnen, und im Gericht würde Christus mit uns abrechnen, was unsere Bußübungen und Werke angeht. Und weil unsere Bußübungen und die guten Werke niemals genug waren und wir nichts anderes als Furcht und Schrecken vor seinem Zorn fühlten, verwies man uns auf die Heiligen im Himmel als Vermittler zwischen uns und Christus. Uns wurde beigebracht, die Mutter Jesu anzurufen, die ihm mit Hilfe der Brüste, die ihn gestillt hatte, anflehen würde, seinen Zorn abzulegen und Barmherzigkeit zu üben. Wenn sie nicht ausreichend waren, mussten die Apostel und andere Heilige angerufen werden, bis wir am Ende bei den Heiligen angelangt waren, deren Heiligkeit nicht bekannt war, mehr noch, größtenteils gar nie existierten.

Ich wusste nicht mehr von Christus, als mir vorzustellen, dass er über einem Regenbogen thront und ein strenger Richter ist. Und weil wir Christus nicht wirklich kannten, kehrten wir ihm den Rücken, hängten uns an die Heiligen und nannten sie unsere Beschützer und Vermittler.“

Mit solchen Lehren verleumdet die Kirche von Rom Christus und hebt gottlose Männer aufs Podest. Vor meinen Augen sah ich Menschen, die von den Lehren Roms geblendet waren, die die Geheimnisse ihres Herzen einem Menschen eröffneten, der die gleichen Schwächen hatte wie sie selbst. Weil ihnen das Wort Gottes vorenthalten wird, erfahren sie nicht, dass Erlösung nur durch Jesus Christus erlangt werden kann, und glauben der Behauptung, Rettung käme durch Formen und Riten, die die Kirche selbst ausgedacht hat. Sie halten Sühneübungen für christliche Buße. Statt den Menschen beizubringen, Vergebung allein bei Christus durch den Glauben an seine Verdienste zu suchen, gewährt sie ihnen angeblich der Priester durch Bußwerke. Man legt ihnen Fasten und die Kasteiung des Fleisches auf, aber das Werk im Inneren, die Herzenserneuerung, die eine wahre Bekehrung ausmacht, wird als unnötig betrachtet. Für das Herz des natürlichen Menschen ist es leichter, zu beichten und Bußübungen zu vollziehen, als die Sünde abzulegen. Deshalb gibt es nur wenige, die nicht den Weg gehen, unheilige Triebe einfach auszuleben und dafür ein bisschen Beichte und Sühne in Kauf zu nehmen. Als ich diese armen Seelen sah, denen gar nicht klar war, was sie anbeteten, wurde mir wie nie zuvor bewusst, wie wertvoll Gottes Wort ist und wie sehr die Menschen es brauchen.

DER KATHOLIZISMUS IST IM WESEN UNVERÄNDERT
Ich wüsste nicht, wie die römische Kirche sich vom Vorwurf des Götzendienstes reinigen könnte. Sie behaupten zwar, die Bilder dienten lediglich der Anbetung Gottes – so sagten es auch die Israeliten, als sie vor dem goldenen Kalb niederfielen. Trotzdem wurde des Herrn Zorn gegen sie erregt, und viele kamen um. Für Gott waren sie respektlose Götzendiener, und nichts anderes wird heute in den Büchern gegen diejenigen vermerkt, die Bilder von Heiligen und angeblich frommen Männern verehren.
Und das ist die Kirche, die Protestanten heute so wohlwollend betrachten und die schließlich mit dem Protestantismus eine Einheit bilden wird. Diese Einheit wird allerdings nicht durch einen neuen Katholizismus entstehen, den Rom ändert sich nie. Es beansprucht Unfehlbarkeit. Der Protestantismus ist es, der sich wandeln wird. Durch die Annahme liberalen Gedankenguts wird er an einen Punkt kommen, wo er die Hand des Katholizismus ergreifen kann. „Die Bibel, die Bibel ist das Fundament unseres Glaubens“, war der Ruf der Protestanten zur Zeit Luthers. Die Katholiken dagegen riefen: „Die Kirchenväter, Sitte und Tradition sind für uns wichtig!“ Viele Protestanten tun sich schwer, ihre Glaubenslehren biblisch zu begründen. Dennoch fehlt ihnen das moralische Rückgrat, Wahrheiten zu akzeptieren, die ein Kreuz mit sich bringen. Dadurch nähern sie sich immer mehr den Katholiken an und zitieren auf ihrer Suche nach den stärksten Argumenten gegen die unbequeme Wahrheit das Zeugnis der Kirchenväter und menschliche Bräuche und Vorschriften. Ja die Protestanten des 19. Jahrhunderts sind auf dem besten Weg zum selben Unglauben gegenüber der Schrift wie die Katholiken. Auf der anderen Seite ist die Schlucht zwischen Rom und den Protestantismus von Luther, Cranmer, Ridley und dem Heer der Märtyrer heute noch genauso breit wie zu der Zeit, als diese Männer den Protest aussprachen, der ihnen den Namen Protestanten gab.

Christus war ein Protestant. Er protestierte gegen den formalen Gottesdienst des jüdischen Volks, das sich nicht in Gottes Ratschluss fügen wollte. Er sagte ihnen, sie würden Menschengebote lehren, und sie seien Schauspieler und Heuchler. Wie getünchte Gräber waren sie von außen hübsch, aber innen voller Unreinheit und Verdorbenheit. Die ersten Reformatoren waren Christus und die Apostel. Sie kamen heraus und trennten sich von einer Religion der Formen und Rituale. Luther und seine Nachfolger haben den reformierten Glauben nicht erfunden. Sie haben ihn einfach so angenommen, wie Christus und die Apostel es verkündigt hatten. Die Bibel wird uns als ausreicher Maßstab nahegelegt, doch der Papst und seine Helfer nehmen sie dem Volk weg, als wäre sie ein Fluch, nur weil sie ihre Anmaßungen bloßstellt und ihre Götzenanbetung verurteilt.
(Diese Worte wurden von E.G. White vor mehr als 100 Jahren aufgeschrieben. Was würde sie wohl heute dazu sagen?)

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